Wildes Fleisch

warum mir das Erzählen so unendlich schwerfällt…

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Achtung, alter Käse von AnnoTobak.

Jetzt habe ich die Freiheit, zu sagen, schreiben, malen, kommentieren, was ich will… und mir fehlen die Worte. Das hat HinterGründe. Verletzungen. Ent-Täuschungen. Und damit verbundene Mimöslichkeiten. Ich bin ja nebenberuflich Schnecke. Sobald mir irgendwas wirklich nahe geht, ziehe ich mich in meine innere Burg zurück. Also versuchsweise zurück zum Thema… Meine höchstkonspirativen Blögge vertraute ich in verpeilter Dusseligkeit nicht nur einmal sogenannten Freundinnen an… und jedes Mal wurde dieses Vertrauen mißbraucht und die geposteten Daten, Sachzusammenhänge gegen mich verwendet. Nun, schlußendlich sage ich im Internet wie auch im realen erLeben nichts, wozu ich nicht stünde. Auch maß der Datenmißbrauch lange nicht so schlimm wie die Ent-Täuschungen dahinter. Aber das hat man nun von den rosa Wolken auf den Sonnenbrill-gläsern…

…und wenn ich da einen Blog über meine Befindlichkeiten führe… um aus einer weitreichend verfahrenen Situation mühsamst das Beste zu popeln… und dabei resümiere, dass ich wohl zwangsläufig und überreif per Bandscheiben-OPs mit einhergehender Langzeitkrankschreibung aus meinem Arbeitsfeld katatpultiert wurde… was mir schlußendlich gut tue (wichtige Erkenntnis) , weil meine Chefs zwar äußerst profilierungs- und geld-geil, dabei indes dies ausgleichend korrupt, inkompetent und gelinde verblödet (überreife Erkenntnis) seien… und dies eben die Chefs von jemandem Übereifrigen zu lesen bekommen… dann gehört da schon sehr viel Humor als unmittelbar Involvierte da-zu, der darauf aufbauenden Situation noch etwas positives abzugewinnen…. insbesondere wenn damit einmal ganz massiv der Arbeitsplatz gefährdet ist. Rückblickend habe ich die Situation indes als „Burner“ abgeheftet… (-)

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Ebenso unschön war es, als eine befreundete Nachbarin aus Bloggershausen einen Rückzug samt einhergehender virtueller Auszeit nicht akzeptieren mochte, Sieben und EinViertel der  Daten mit Pi verrechnete, um die Telefonnummer des Büros des werten Gattens in Erfahrung zu bringen (keine schlechte Leistung, rückblickend… *anerkennend pfeif*) …und dann Freitagabends auf dessen Büro-AB zu sprechen…  Natürlich hatte frau sich eine dufte Begründung für diesen Übergriff ausgedacht….  man mache sich sehr große Sorgen um meinen bedenklichen (!) Zustand und hege die Befürchtung, ich hätte mir etwas angetan… ist das nicht nur komplett aber-witzig… und grenzwertig… wie grenz-überschreitend, …sondern zudem noch suboptimal, weil der werte Gatterich selbstredend Angestellte hat, die Montags früh gerne den AB abhören… und die es natürlich total spannend finden zu hören, wenn die werte Gattin des Chefs anscheinend unter Suizidverdacht steht….. Besonders hinreißend im Hinblick darauf…. dass ich zu der Zeit noch Verantwortung für 80 Wohnheimbewohner und an die 30 Angestellten trug…. in diversen Komittees saß… und es überall um Suchterkrankte und Entzüge… und Psychotische und psychiatrische Behandlungen.. ging …. und ich – wie auch sämtliche kooperierenden Stellen – beruflich eng mit dem Büro des Gatteriches zu tuen hatten.  Glücklicherweise war aber die anrufende Dame des Hochdeutschen nicht mächtig und sprach ein derart konfuses Österreichisch, dass die Angestellten dem Gatten nur mitteilten, offensichtlich habe eine Klientin im psychotischen Schub angerufen, man habe aber nicht verstanden, welche Klientin es sei, es habe aber nach fortgeschrittenem Hilfebedarf geklungen. Tscha. Passiert. Gelle.

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Und das waren nur zwei von mehreren unschönen Erlebnissen. Toll auch die Blogfreundin, die ich energetisch, emotional, dooferweise selbst finanziell bezuschusste, um mich dann irgendwann in einem Würgegriff wiederzufinden, in dem mir abverlangt wurde als Projektionsziel für unbearbeitete Mißbrauchserlebnisse herzuhalten. Meine dringenden Hinweise eine Therapeutin aufzusuchen wurden stoisch überhört, um dann vier Stunden vor meinem Abflug in die Flitterwochen anzurufen.. Und als ich der Anruferin mitteilte, ich hätte definitiv keine Zeit, weil die Hunde noch weggebracht, Koffer zuende gepackt und wir zum Flughafen müssten,… eine Reihe von Beschimpfungen auf mich niederprasselte. Ge-itüpfelt von einer email…. ich wäre eine Verräterin, das Telefonat zu beenden, genau dann, wenn sie mich bräuchte. Ist klar. Was sind schon Flitterwochen. Kann man ja auch absagen. Logisch. Oder der werte Gatte hätte allein fliegen können. Ich egozentrisches Luder, ich. Bekam ich dann auch noch zu hören. Aber bittschön, wenn man unbedingt Bögen überspannen muss, dann kann man das gerne umsonst haben. Dennoch: Auch das war nicht ganz so prickelnd. Richtiger: ent-täuschend.

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Oder jene Bloggerin, die sich fröhlich auf der alten Blog-Plattform von meinen täglichen Beiträgen und Gewinnspielen bespaßen ließ, um mir dann eines Tages und recht unvermittelt eine mail zu schreiben, ich wäre abgrundtief böse (!) und absolut hinterhältig (!!) und mein ganzes Geschreibsel sowieso nur ersponnen (!!!) und ich bräuchte den Blog ja für mein defizitäres Ego. Aha. In einem weiteren Schreiben entschuldigte sie sich, meinte, ihr seien aus Eifersucht die Emotionen übergekocht, aber sie wolle sich da jetzt auch kein schlechtes Gewissen machen… wegen so einem Kinkerlitzchen. Aber nicht doch. Armutszeugnis erfüllt. Alles bestens. Tschaja… Diese Angelegenheit war übrigens das I-Tüpfel seinerzeits, meinen Blog zu schließen.

Ehedem wollte ich und will ich mit meinen virtuellen Plattformen eigentlich nichts anders als Freude zu bereiten. Möglicherweise mißbrauchte ich diese virtuellen Tagebücher auch als Notizblöcke meiner persönlichen Verwicklungen… aber nichts lag mir ferner, als jedwelche Konflikte mit jedwelchen anonymen Personen auszutragen. Liegt auch noch immer nicht in meinem Interessensbereich. Fällt für mich unter Energieverschwendung. Außerdem bin ich stur auf dem Walk in beauty unterwegs und sehe es als meine Aufgabe, den letzten shyz noch in Gold zu verwandeln. Da brauche ich nicht die projezierten Schattentäler Fremder. Und ich lasse mir auch nicht den Müll von irgendeinem Hansel vor die Füße karren. Damals war mir das aber alles to much auf einmal…. insbesondere da eine wundervolle und tatsächlich liebenswerte BlogFreundin zu diesem Zeitpunkt in ein Hospitz umsiedelte… Genaugenommen hatte ich nicht mehr die Kraft, die mich der Blog, richtiger das angesprochene Umfeld kostete.. und so schloß ich meinen geliebten Blog. Adieu Himmlischer Palast.

Jetzt nun – auch in neuer Unabhängigkeit – lacht mich mein Blog an und ich tippsel nervös vor mich hin und wieder zurück. Ich mag grundsätzlich keine halben Sachen. So Smalltalk liegt mir zum Beispiel überhaupt nicht. Bevor ich mich mit jemandem über das Wetter unterhalte, unterhalte ich mich garnicht. So ist das nun einmal. Zudem bin ich ziemlich impulsiv und „pur“, meint: ich habe keine Lust, mich zu verstellen. Wie aber kann man nun frei weg von der Leber schreiben, wenn da offensichtlich doch noch die Giftpfeile von AnnoKrücke gammeln… Dieser Beitrag ist ein Versuch, diese Drecksdinger zu entfernen. Und dann schaun wir mal.

Schlußendlich kann ich es auch anders halten… und nur in Bildern sprechen… aber so kommt wohl nie ein Dia- oder Tria- oder Quatrolog zustande…

Tscha. Und sonst so? Im September wurde Habubi, unser familieneigener, vom Gatterich in vorherigen Leben erschöpfte Terrorist und Hobbyschläfer – genannt der Pubertröter – 18. Achtzehn. Alter Falter…. Und ich weiß noch als sei es eben gewesen, wie der Gatte ihn rankarrte… und ein kleines, leicht pummeliges Dingelchen beinahe ängstlich aus dem Auto lugte, dunkle Locken umrahmten das kleine Gesicht, in dem schwarze Äuglein funkelten. Das süße Dingelchen hat mir horrende sechs Jahre bereitet. Sechs Jahre, in denen ich mich teils wie ein Fremdling im eigenen Leben und mit der Situation maßlos überfordert fühlte…. Haben Sie mal all den anderen Rotz an der Backe, kommen dann nach Hause, nur um direkt in Luzifers Häkelnadeln und Fakirmatten zu stolpern… Ne, das war schon ECHT sehr, sehr zermürbend und lehr-reich.

Und dann… von heute auf morgen… ging es wie Urknall durch mein Leben… und all der unbe-greifbare, unendliche Male vergebens auf Goldstaub untersuchte Horror löste sich in Luft auf. Dazu gehörte sehr wohl der alte Job, den ich schlußendlich doch – allerdings nicht wegen psychotischer Bloggerinnen – verlor,  aber auch der Pubertröter, der haarscharf, aber glückreich auf das Gymnasium in Fernerliefen/ also die Schule und damit den Wohnsitz zu der leiblichen Mutter und zwar vollzeitig wechselte…. und auf einmal war da ganz viel Raum.

Dadurch, dass mein über Alles geliebtes Paulinchen ging, viel zu viel Raum. Soviel Raum, dass ich manchmal denke, ich bin viel zu klein, seine Horizonte jemals zu streifen… Dann fühle ich mich wie ein Glühwürmchen sich im Weltall fühlen muss. Ein wenig erschlagen und recht verloren. Aber dann erinnere ich mich an meine Flügel, die ich unzählige Male faltete und knickte und einrollte und noch einmal zusammenfaltete… und dann beginne ich diese vorsichtig zu entfalten…. und ahne im stur ergrapschten Größenwahn, dass – zerknittert wie ich momentan noch bin – die Unendlichkeit gerade groß genug für mich ist.

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Die Bilder stammen von einer Spreewaldtour. Ich liebe Wasser. Die Ruhe, das Gleiten, das Fließen, die Unendlichkeit… fruchtwässrige Umarmungen.

Rubrik: Hinter- und Ab-Gründe des Bloggerleben. Über die Feinheiten. Das Wie. Und das warum. Und dass man grundsätzlich weiter-machen sollte. Immer. Ent-Täuschungen sind doch auch nur Richtungspfeiler und Lehrer, die einem die Scheuklappen vom Herz reißen. So. Fertig. Genug Salbader. Zumindest für heute.

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