Über das Nicht-Altern

aus reiner Gehässigkeit.

Die liebe Helma verzückt auf Ihrem Blog stets mit stimmungsaktuellen „Selfies“. Ein sehr netter Zug, weil man als Bloglesende sofort ein Gesicht vor Augen hat. Das finde ich angenehm und stimmt die Kommunikation gefühlt persönlicher. Frau Ziggenheimer ist aber überdies ein überaus zauberhafter Anblick, was das Betrachten der Fotos umso erbaulicher macht.

Anmerkung der Redaktion: Es folgt ein langatmiger Beitrag ohne roten Faden, ohne Sinn und auch nur mit fragwürdigem Inhalt. Sehr viel Wind um Nichts. Gedankensplitter, die wie ein von der Tarantel gestochener Hengst durchgehen. Wenn Sie das überstrapazieren sollte, schauen Sie sich einfach das Video an. The Searchers. Needles and Pins. Meine Mutter liebte es und ich konnte es wahrscheinlich singen, bevor ich sprechen konnte.

 

Zurück zum Anfangstext. Also zum zauberhaften Frollein Ziggenheimer. Mir fiel heute eine Eigenschaft an der schönen Helma auf, die wir gemein haben: wir sehen nämlich erheblich jünger aus, als wir sind. Wahrscheinlich habe ich mich jetzt gerade komplett nicht im Fettnäpfchen, sondern in der Ölwanne versenkt und Helma ist gerade mal 23. Was in Anbetracht der volljährigen Söhne indes unwahrscheinlich erscheint… Hm.

2013 war ein Schicksalsjahr für mich. So fuhr unserem stehenden Auto ein Vollhorst mit 80 Sachen drauf. OP. Noch eine OP. Wieder eine OP. Seit kleinauf habe ich Hörner. Vier Hörner. Vier Knubbel, fachdeutsch: Adenome. Sehr symmetrisch am Kopf verteilt. Sah niemand. Sind ja Haare drüber. Natürlich verselbstständigten sich gerade 2013 meine Hörner und erhoben sich zu stolzem Ausmaß. Mussten operiert werden. Recht unspektakulär. Örtliche Betäubung, rausgeschält, fertig. Ich wanderte mit Turban. Nein, ich hinkte mit Turban, weil ich ja noch nicht wirklich gehfähig war. So stand ich also mit meinem Turban eines schönen Tages beim Rossmann  in der Kassenschlange. Und dann… ganz klischeehaft wie in dieser schlechten Kondomwerbung… brüllte (!!) es: „Nana! Ja sagma, biste geliftet?!“ Alle Augen wendeten sich mir zu. Minutenlanges, unverhohlenes Gaffen. Ich lächelte freundlich in die Runde.

Eine meiner Untugenden ist, dass, wenn ich nicht gerade seriös erscheinen muss, ich rede, bevor ich denke. Also brüllte ich mit selber Lautstärke zurück: „Ja, ich dachte mir nach der Brustvergrößerung lege ich noch mit dem Gesicht nach!“ Es war Spätsommer, ich trug ein dünnes T-Shirt und streckte meinen etwas arg zu groß geratenen Vorbau vor. Sämtliche Blicke wanderten umgehend von meinem Gesicht auf meine Oberweite. Die Dame, die gebrüllt hatte, ist wiederum ein Fall für sich. Es ist wie zerflixt und zugenäht. Ich mag sie nicht sonderlich. Vor Jahren, als ich noch den Wedding unsicher machte, arbeitete sie in der Drogerie am Platz. Dann trennten sich unsere Wege. Eine schöne Zeit. Nun begegnet sie mir egal, wohin ich mich bewege. Sie wohnt im selben Kaff. Es ist unfassbar, aber leider wahr. Fast könnte ich vermuten, sie liegt hinter dem Grundstück auf der Lauer, nur, um mich mit ihrer penetranten, unangenehmen Art zu bestalken. Egal. Ich winkte der Dame huldvoll zu und rauschte (hinkend) aus dem Drogeriemarkt.

Wie erwähnt wurde ich zwischen 2011 und 2013 mehrfach operiert. Eine der unangenehmen Nebenwirkungen des Unfalles war nicht nur die Gehunfähigkeit, zeitweilige Taubheit des gesamten rechtes Beines, nein, ich war auch unbeweglich wie ein Brett. Ich hinkte also wie ein angeschossenes Reh mit Leichenstarre. Nun gibt es indes so diverse Dinge, die mir wichtig sind. Punkte, in denen ich recht eitel bin. Vorrangig die Hygiene. Hierzu zählend die Fußpflege. Und wenn meine kleinen Hobbitfüße nicht perfekt gehobelt und gecremt und benagellackt sind, bin ich unglücklich. Für manche Menschen ist es der Weltfrieden, oder die kosmische Erleuchtung, was nachhaltig ihre Aufmerksamkeit gewinnt. Bei mir sind es eben die Füße. Auch gut. Jede-r so, wie ersiees kann. Eigentlich mag ich gar keine Füße. Was aber ein anderes Thema ist. Jedenfalls hatte ich aufgrund meiner fortgeschrittenen Bewegungsunfähigkeit, die meine Füße in ein unerreichbares Hygieneuniversum verlagerte, einen Termin im Kosmetiksalon vor Ort bei einer mir bis dahin unbekannten Dame zur *tusch* Fußpflege.

Schon eine recht unangenehme Sache. Finde ich. So jemanden Fremden die Füße hinzuhalten, der dann noch daran rummacht. Nicht so mein Ding. Ich mag es generell nicht, wenn fremde Menschen an meinen Extremitäten rummachen. Seit meiner Krankenhaus- und Ärzte-Odyssee bin ich geradezu phobisch diesbezüglich. Die junge Frau machte einen entfernt korrekten Eindruck auf mich, auch, wenn der gesamte Laden, tscha, wie sagt man es halbwegs höflich, ähm, gewöhnungsbedürftig und sehr individuell gestaltet wirkte und ich den Termin beim Behinken Betreten bereute. Einmal dort wollte ich indes ihr und mir und meinen Füßen eine Chance einräumen. Wenn ich ehrlich bin, war ich vom Weg hin vollkommen erledigt und brauchte eine Verschnaufpause. Also lagerte ich mich auf den Behandlungsstuhl und ließ meine Mauken bearbeiten bis hin zum roten Nagellack. Das machte sie erstaunlich gut und schön und zufriedenstellend und möglicherweise wäre ich trotz des anfänglichen Schmuddel-Eindruckes ein zweites Mal dorthin gegangen, hätte die Dame nicht an einem Stück geplappert. Ohne Sinn. Ohne Verstand. Ohne Pause. Manche Menschen belieben eben verbal zu flatulenzieren. Sie zählt eindeutig dazu. Dass sie ja studiert sei. Irgendetwas Hochtrabendes. Kernphysik, oder Gehirnchirurgie, oder so. Selbstredend hat man sich nach dem gelungenen Abschluss der Uni um sie gerissen. Also nicht irgendwer. Nö. Die Wissenschaft. Klar. Aber, dass sie ja viel lieber in Fußpflege mache. Logisch. Wer würde hochdotierten Forschungsaufträgen nicht auch das Popeln in fremder Leute Mauken vorziehen. Naheliegend. Wenn man ein bisschen flexibel und empathisch ist. Bin ich halt nicht. Sie fuhr davon ungerührt geradezu berauscht in ihren Verbaldurchfällen fort. Und überhaupt kenne sie mich, das ganze Dorf erzähle ja von mir. „Ach?“ erwiderte ich ahnungslos und an einer Antwort desinteressiert. Ja, weil ich doch so gebotoxt und brustvergrößert wäre. Und überhaupt säh man das ja auch. An der Brust. Und dem Gesicht. Wäre ja auch unnormal. So viel Obermops. Und so glatt im Gesicht. Und das in meinem, ich lüge, sie sagte: „Und DAS in IHREM Alter.“ Angewidert spuckte sie es aus.

Nun mögen die werten LeserInnen meiner bescheidenen Webseite einen anderen Eindruck haben, aber gewöhnlich bin ich wortfaul. Ich rede nicht gerne. Smalltalk ist mir ein absolutes Gräuel. Ich tobe mich lieber schriftlich aus. Nach den Erklärungen der metaphysikalisch fortgebildeten, dafür unternehmensphilosophisch suboptimal agierenden Fußfuzzitante bequemte ich mich vorerst zu einem lahmarschigen, jedoch nicht minder gehässigen: „Ja, für 70 habe ich mich gut gehalten, nicht wahr?“ und genoss, wie ihr auf die „Siebzig“ komplett die Gesichtszüge entglitten. Ich erwähnte meinen etwas aberwitzigen Humor?

Was soll man zu so einem Schwachsinn auch sagen. Nun wurde ich im Jahr 2013, wie auch schon im Jahre 2011 mit operativen Eingriffen gequält. Ich HASSE Spritzen. Zum einen, weil ich so winzige, grottige Venen habe und jede Suche in  einem Massaker Blutbad endet, zum anderen weil mir das Eindringen fremder Gegenstände in meinen Körper seltenst genehm ist. 2013 sah ich mich mit der Diagnose konfrontiert, womöglich mein Lebtag nicht mehr gehen zu können. Da hat man andere Sorgen als eine Falte im Gesicht. Und mein armer Körper hatte dermaßen mit Spritzen und Infusionen und Nadeln und Skalpellen zu tuen, dass ich sie mir definitiv nicht freiwillig geben ließe. Ausserdem, verdammt noch mal, habe ich mir jede Falte in meinem Gesicht hart verdient. Ich habe ein Anrecht auf die inkarnierten Lorbeeren einer gewaltigen Kriegerin. Wenn man mich nur einmal fragte. Tut ja keiner.

Wie dem so ist…. bin ich von Natur aus recht hinterhältig und haben einen äußerst bizarren Humor, den ich ausschließlich mit mir selber teile. Ich kann mir stundenlang Witze erzählen und habe dabei viel Spaß mit mir. Ist ja auch eine Tugend. 2013 wurde ich voll gestopft mit diversen Chemiekeulen Medikamenten. Schmerzstillenden. Das Schlimmste war das Morphium, welches mein Hirn in eine Nebelwolke packte und mir Monate meines Lebens stahl. Die sind einfach weg aus der Erinnerung. Jedenfalls entwickelte ich in Folge der vielen Medikamente eine Art Mini-Akne. Um das Kinn herum sah ich aus, wie soeben in der Pubertät angelangt.  Ich bin niemand, der, wenn er akut erkrankt ist, gerne darüber spräche. Ich hasse es auch, wenn man mir Unwohlsein und Unpässlichkeit ansieht… Das ist kein Gegensatz zu geschätzten, ins Fleisch gegrabenen Lebensspuren. Ich mag nur nicht schwach wirken. Großes Defizit. Jedenfalls entschloss ich mich meiner spätpubertären Akne den Gar auszumachen.

Eine Freundin hatte mir hierfür das Needling empfohlen. Klitzekleine Walzen sind das mit unterschiedlichen Nädelchen, die man über das Gesicht oder sonstige Körperbereiche rollt. Ich beschränkte mich auf das Gesicht, den an den operierten Stellen vernarbten und kahlen Schädel und mein rechtes zu dem Zeitpunkt weitestgehend gefühlstotes Bein. In der Hoffnung die Nerven damit zu triggern. Durch die winzigen Nädelchen werden winzige Wunden produziert, die wiederum die Collagenbildung anregen. Also needlete ich wie eine Gesenkte. Als Gehunfähige hat man ja keine anderen Probleme als unlackierte Fußnägel (am toten Fuß) oder zwei Pickel am Kinn, oder drei weitere zu den unzähligen anderen hinzugekommene Narben.

Und ehe ich mich versah, waren die Pickelchen verschwunden (und ja, ich spüre mittlerweile mein Bein wieder. Und ja, die Narben am Kopf sind beinahe unsichtbar. Und ja, mein Haar sprießt üppiger denn je). Aber nicht nur das. In meinem Needlerausch… ich war nicht ganz Herrin meiner Sinne – siehe vorher…. – hatte ich angefangen, mein ganzes Gesicht mit der Walze zu traktieren. Das war eigentlich ein recht angenehmes Gefühl. Gerade in den Zeiten, in denen ich so dauerstoned war. Rückblickend saß ich wahrscheinlich da, debil grinsend, während ich mir grobmotorisch mit der Walze über den Schädel und dann wie eine Berserkerin über das verdammte Bein und den dämlichen Fuß fuhr. Habe es selbstredend nur sanft angwendet, weil ich so gar keinen Hang zu Selbstverletzungen habe. Aber .. man wird es nicht glauben, die drei Fältchen, die ich bis zu diesem Zeitpunkt aufzuweisen hatte, sind mit den Pickelchen entschwunden. Plöpp. Weg. Magie.

Mittlerweile needle ich aus reiner Gehässigkeit. Ohne Pickel. Wenigstens einmal in der Woche. Darauf creme ich das Gesicht mit Arnikacreme und das war.s. Sollen die alle denken, was sie wollen. Und wenn man mich leichter erträgt, weil man meint, ich würde da künstlich nachhelfen, bittschön, mir soll das recht sein. Im weitesten Sinne ist es ja sogar als Kompliment zu werten. Das bizarre Interesse an meiner Person, welches sich vorrangig in skurilen Gerüchten äußert, eh. Was muss ich spannend sein. Und Wessi. Schlimm.

Es ist nur schade, dass Menschen so oberflächlich sind. Ich hätte in der Zeit nach Unfall und OPs ehrliches Interesse an mir, meiner Person, also wahr-haftige Anteil-nahme sehr gut gebrauchen können. Leider entpuppen sich wahre Freunde stets in Zeiten der Not .. und mir verblieb eine beschauliche Anzahl. Als ich nicht mehr gehen konnte, mich der BG ausgeliefert fühlte, meine Chefs mich wissen ließen, dass sie mich aus meiner jahrelangen Leitungsposition kicken werden, ich mich von dem Liebsten, was ich je bei mir fühlte, verabschieden musste, ich tag aus tag ein hier in der Hütte saß, auf die Rehe glotzte, da hätte es mich sehr gefreut, wäre jemand vorbeigekommen und hätte gefragt: „Wie geht es dir? Wie fühlst du dich? Brauchst Du Hilfe? Oder ein Ohr? Eine Umarmung? Eine lustige Anekdote?“ Hat aber keiner. Es gab exakt fünf Menschen, die leider in weiter Ferne leben, die es interessierte, wie meine Heilung voranschritt. Davon sind zwei meine Älteren und ein weiterer der Vibesbold. Hier aus der Umgebung hat man zwar genügend Energie, über mich blödsinniges Zeugs in die Welt zu setzen, sich aber mit mir in Persona auseinandersetzen scheint niemanden zu interessieren.  Wozu auch. Ich könnte ja nett sein. Trotz Wessi. Wäre ja nun auch saublöd. Eine alte nepalesische Feldherrinnenweisheit lautet: Wer den Feind umarmt, macht ihn bewegungsunfähig.“ Deswegen bin ich renitent freundlich. Und deswegen needle ich jetzt erst recht.

Sollen die doch vergehen vor Neid und Geifer, vor Getratsch und Intriganz. Der schwerst studierten Fußfuzzitante hatte ich zum Abschied zugeraunt, wissend, sie wird es weitertragen: „Tscha, ich hab Glück gehabt. Ich sehe ja noch halbwegs passabel aus, aber  aus einem Trabbi macht selbst Botox keinen Ferrari.“ Lächelnd. Und habe ihr verschwörerisch zugekniept. Weil ich ja so nett bin. Oder auch nicht.

Ob jetzt nun wirklich dieses Geneedle jünger hält, weiß ich nicht. Das liegt auch irgendwie in der Familie mütterlicherseits, nicht so schnell zu altern. Meine Mutter war mit ihrer 53 Jahren eine unglaublich frisch und jugendlich anmutende Leiche. Und meine Großmutter Christina-Katharina.. ich erzählte unlängst von ihr… die musste ja noch mit 80 einen Perso vorlegen, wenn sie Alkoholisches kaufte… Nein, natürlich nicht, aber sie hat sich auch lange frisch gehalten.

Schlußendlich ist aber das Aussehen so etwas von piepegal.

Mir hat mein Aussehen eigentlich nur Nachteile beschert. Immer. Mein Gesicht entspricht dem Kindchenschema und so musste ich immer doppelt und dreifach beweisen, dass ich Hirn besitze und durchaus zum Denken imstande bin. Oder meine ausufernde Oberweite… Die erst – mein Gatte behauptet ja durch sein magisches Handauflegen – in den letzten Jahren in geradezu unzüchtige Maße ausuferte,  hat mir nicht selten Übergriffe beschert, die das Miteinander und Arbeitsleben nicht zwingend erleichterten. Von halbwegs erträglichen oder jugendlichem Aussehen kann man sich so überhaupt nichts kaufen. Eher ist es wie ein von Außen entrichteter Panzer, an dem Vorurteile wie betoniert pappen. 

Eine meiner Kinderfreundinnen, Birgit, erzählte mir, reichlichst angetrunken, bei einem in großer Runde stattfindenden Wiedersehen unlängst, dass sie mich im Grunde immer gehasst habe, weil alle Jungens immer mit mir „hätten gehen wollen.“ Sie war die beste Freundin meiner Kindheit. Sie hat mich gehasst. Phasisch, beteuerte sie, dann allerdings abgrundtief. Ich habe sie geliebt und war sehr unglücklich, als sie auf einmal entschwand. Bei dem Wiedersehen unlängst waren auch der Vibesbold und ihr Gatte anwesend. Als ich mich mit ihrem Mann nett unterhielt, stieß sie aus einer Ecke hinzu, wie ein Falke, der sich auf seine Beute stürzt,  riss an seinem Arm, um ihn mit sich fort zu reißen. Also nicht den Arm, sondern den ganzen Kerl. Es folgte ein böses Wortgefecht aus der Ecke. Ich hatte im Übrigen nie Interesse an den Freunden und Männern meiner Freundinnen. Ich habe eh nur selten ein fortgeschrittenes Interesse an einem Mann. Meine wichtigen, partnerschaftlichen Beziehungen kann ich an einer Hand abzählen. Wer mich kennt, weiß, dass ich diese behagliche Übersicht nicht aufzugeben gedenke. Ich bin ehrlich und würde nie einen Mensch, den ich liebe, betrügen. Auch keine Freundin. Schade, dass sie das nie begriffen hat. Und schade, dass sie nie erkannt hat, dass Männer, die sich einer Äußerlichkeit Willen ablenken, eh nicht wert sind, dass man ihnen hinterher trauert.

Ich glaube, halbwegs nett auszusehen ist mehr Fluch denn Freude. Weil man direkt in eine Schublade gesteckt wird, die viel zu klein ist, um die Flügel und das Selbst auszubreiten. Aber im Grunde denke ich mir, dass all dies unter „natürliche Selektion“ fällt. Wer mich wirklich mag, der wird über mein Äußeres hinweg schauen. Ob ich nun lackierte Fußnägel, eine wogende Oberweite, Pickel am Kinn habe, hinke, wackele, oder auch nicht.

Für mich ist Schönheit, dass, was spür-bar übrig bleibt, wenn man die Augen schließt, was man mit dem Herzen sehen und emp-finden kann.  Alles andere ist Blödsinn und Zeitverschwendung. Wobei ich an dekorativer Zeitverschwendung ungemeinen Spaß habe. Ich liebe es, mich zu stylen und gewanden. Und ich werde mit Sicherheit nicht damit aufhören, weil die Schubladen von irgendwem zu klein sind, mich darin zu verstauen. Und wenn sich alle besser fühlen, irgendeinen Humbug zu verbreiten, dann bitteschön. Ich werde trotzdem die frischer aussehende Leiche sein. Ätschi.

Was wollte ich eigentlich gesagt haben? Ach so… dass Aussehen vollkommen irrelevant ist. Dass es zwar für halbwegs Intelligenzbegabte taugt, Rückschlüsse zu ziehen, da unser ganzes Auftreten und Styling eben ein Fingerabdruck des Selbst, die präsentierte Visitenkarte, aber meistenteils doch nur Maskerade ist. Und dass ich es für widersinnig befinde, der Natur drein zu pfuschen. Schlussendlich muss das natürlich jede-r für sich entscheiden. Aber irgendwie glaube ich zu wissen, was Schleier und Verhüllung tragende Frauen daran als befreiend empfinden können. Und unsereins muss gar nicht so vorlaut und zivilisiert tuen. Nur, weil Frauen hier in unserem Lande NICHT verschleiert rumlaufen, werden sie dennoch an einem Stück über ihr Äußeres be-wertet. Von Männern und Frauen. Es ist mir ein Rätsel, wie sich Menschen freiwillig zur Fleischbeschau preisgeben und es forcieren, auf ihr Aussehen reduziert zu werden. Wenn ich mir so Mädels wie Frau Schäfer und Frau Katzenberger anschaue, dann fühle ich tiefes Mitleid mit diesen Mädchen, die ihre Seele dafür verkaufen, zu einer x-beliebig auswechselbaren, inkarnierten Gummipuppe zu mutieren. Wie einsam müssen sie sich fühlen. Aber das ist nun wieder ein ganz anderes Thema.

NvS

Ich schüttelte mein Haar. Nur für Sie. Und ich kann nicht anders schauen, wenn ich fotografiert werde. Und, ja, ein Auge ist größer als das andere. Und nein, meine Haare sind nicht gefärbt. Und, ja, ich habe auch ordentliche Klamotten. Und, ja, ich habe einen gewaltigen Überbiss. Und, nein, ich sehe keinerlei Veranlassung den zu verändern. Und ich habe ein neues Handy. Gäläksi Entenshyz 4711 mit praedispotionalytischer Biofragmentaldialyse und Absturzprotektionsblende in 17en mixed pickles murksenta Overkill. Hat ja auch lange genug gebraucht. Was Sie auf dem Foto nicht sehen, das ist mein Herz. Dabei mag ich das an mir am allerliebsten.

Und beschweren Sie sich nicht über mein ausuferndes Geschwalle. Das wird ab März eh ein Ende haben, wenn ich wieder andernorts meine Ressourcen verheize. Da werde ich absehbar kaum imstande sein, um den Rechner überhaupt hoch zu fahren. Was wollte ich eigentlich gesagt haben? Bei dem ganzen, langatmigen Gewäsch vergessen. Na, dann kann es wohl kaum so wichtig gewesen sein….

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