Six Weeks no Six Pack

…dass ich ein richtiger Sport-Freak bin, hatte ich ja bereits erwähnt. Warum? Tscha, warum….

Also zum einen wurde ich mit viel Sport groß. Bevor ich überhaupt auf meinen krummen Beinen stehen konnte, schwamm ich. Zuvor wäre ich allerdings beinahe ertrunken. Erzählt man sich. Über mich und meinen Vater, welcher eben dieser las, Babies könnten ganz von alleine schwimmen, dabei überlas, dass dies für „direkt nach der Geburt gilt“… und mich – dreivierteljährig – in die volle Wanne hiefte…. um zu überprüfen, ob mein Talent mehr dem Rückenschwimmen, Brustkraulen, oder Delphin gelte. Es galt dem gurgelnden Lottchen. Erzählte meine Mutter. Laut der ich angeblich bereits blau angelaufen war. Immer diese Dramatik. Dieser Pathos. Tz. Wie gut, dass ich dies nicht von ihr erbte und nicht ebenfalls zu diesen erzählerischen Übertreibungen neige…. ^^

Wo war ich stehengeblieben? Ah sö… direkt auf das Schwimmen folgte das Hüpfen Tanzen in der Türschaukel, unmittelbar gefolgt vom Babyballett… und schließlich Laufen. Laufen, laufen, laufen, laufen. Und laufen. Später war mir das dann zu wenig und ich machte noch ein bißchen in Kunstturnen. Bodenturnen. Schwebebalken. Stufenbarren. Ich. Da schwang ich dann. Mein großes Vorbild war Nadia Elena Comăneci. Hach, was habe ich die geliebt. Wie die sich so elegant um den Stufenbarren wickelte. Das tat ich dann auch. Später. Und als mir das zu schickimicki war, entdeckte ich Karate für mich. Auch schön.

Und warum? Weil ich schon immer einen ungeheueren Bewegungsdrang hatte. Heutzutage sieht das noch etwas anders aus. Bis vor meinem Unfall brauchte ich den täglichen Sport zum Abreagieren. Wenn man einen Job macht, in dem man zu 180% konzentriert sein und öfters drei Fäuste in einer Tasche ballen muss, dann tut es Geist und Seele gut, einfach Dampf abzulassen. Das hatte und hat auf mich stets die Wirkung einer reinigenden Dampfdusche. Geritten bin ich auch stets gern. Bis zu dem Unfall. Dann kam eben dieser. Und ich wurde gefühlte  3.242.345,8347 mal operiert, wurde zugedröhnt mit Morphium und Cortison und als ich aus diesem Dornröschenschlaf erwachte, fühlte ich mich wie Plumpaquatsch auf Dope. So ähnlich sah ich auch aus. …

Was dick, dünn, mollig, curvy, curly oder sonstwas anbelangt, bleibe ich von oktroyierter Modediktatur unberührt. Fuckt indes ist, dass ich mich schlank und rank am liebsten mag, einfach, weil ich mich dann am beweglichsten und mit mir am stimmigsten fühle. Es* passt sicherlich auch am Besten zu meinem Naturell. *Die dürre Hippe. Allerdings bekam ab 2013 der Sport für mich eine ganz neue Note: den der Kontrolle. Die hatte ich nämlich unter den benebelnden Infusionen und Einnahmen, wie auch dem schwach_sinnigen Regime der Berufsgenossenschaft – zu 50% meiner Gehfähigkeit – verloren. Und als der Berufsgenossenschaft dann einfiel, sie könne mal von heute auf morgen spaßeshalber sämtliche Behandlungen einstellen, hockte ich da Marke Sitzsack. Plumpsig. Aus meiner mentalen, emotionalen und physischen Form geraten. Schmerzen bis in die Haarspitzen, die Haltung eines angeschossenen, liebeskranken Gorillas und ungefähr dessen Gang – nicht ganz so aufrecht…

Aber es hat ja auch immer etwas Gutes, denn wenn einem niemand mehr hilft, gibt es ja noch immer eine selber, die sich an den drei Häarchen aus der Gülle ziehen kann. Und das tat ich. Damals musste ich also an einem ganz neuen  Punkt beginnen…. der eine äußerst beschränkte Belastbarkeit und Funktionalität meines Körpers zur Basis hatte. Und da stolperte ich über meine un-heimliche Liebe Jillian Michaels.

Ich begann zu shredden. Hernach rippte ich. Und als ich genug gerippt hatte, shreddete ich wieder. Und rippte. Und rockte durch sämtliche JM-Formate, die es so auf dem Markt gibt. Jillian Michaels ist eine amerikanische Fitnesstante, die bekannt ist für ihr gelinde dominantes Regime… aber auch dafür, dass sie ihre Workouts – Fitness, die auf Übungen mit dem eigenen Körpergewicht aufbaut – stets in mehreren Leveln anbietet. Ua auch für bewegungsunfähige Plumpaquatsche mit grobmotorischen Ausfällen. Also mich. Und so baute ich Stück für Stück die Muskulatur wieder auf, die sich verabschiedet hatte…. und die mir mittlerweile bestens meinen kaputten Rücken unterstützt. So gut, dass es Tage gibt, an denen man mir die Gehbeeinträchtigung garnicht mehr anmerkt. Das Allerbeste aber ist: ich habe kaum mehr Schmerzen, bin wieder belastbar-er. Nicht jede Bewegung ist eine Qual. Anfänglich… als ich mit dem Training begann… waren es abartige Schmerzen… Aber die plagten mich ja eh… und dann doch lieber Schmerzen, die mir signalisieren: es schmerzt, weil es sich zum Positiven verändert.

Einige Aeonen später… modifiziere ich die Jillian-Übungen. Sie schwerer zu machen ist immer leichterdings möglich… einfach ein paar Gewichte und/ oder ein paar Widerlichkeiten mehr. Da fällt mir genügend ein.

Ganz frisch habe ich jetzt wieder einmal „Six Weeks Sixpack“ absolviert. Da ich recht schlank bin (1,72 m, 56 kg) dachte ich, das Sixpack befände sich in Reichweite. Denkste. Bis auf den Tatbestand, dass ich unschönerweise zwischenzeitig auf 54 kg runter war, hat sich nicht wirklich was geändert.

Wenn das Programm interessiert, hier gibt es auf youtube das komplette Workout Level 1: https://www.youtube.com/watch?v=ZJ8Zdj0OPMI

Was das Essen anbelangt.. und das Abnehmen… bediene ich mich im Übrigen diverser „Supplements“. Auf die  Aminosäuren als Nahrungsergänzung war ich bereits vor meinem zweiten Sportfrühling gekommen…. weil ich am besagten Ausgangspunkt nach halbwegs naturidentischer Gesundungsunterstützung suchte. Mittlerweile verhelfen ua Proteinriegel nicht vollkommen zum Hungerhaken zu verkommen.

Übrigens bietet der Sport für mich nicht nur den Vorteil, mich im Moment zu fokussieren (Herrliche Erdungsübung!!), sondern auch das Drumherum zu vergessen. Je nachdem, wie besch..den es gerade läuft, kann das recht wohltuend sein.

Also wie dem sei: Six Weeks – no – Six Pack. Dafür wieder etwas fitter, wieder stärker, wieder mehr Durchhaltevermögen. Das ist mir ein stolz eregierter Mittelfinger Richtung Berufsgenossenschaft und auch Krankenkasse… aber das sind wieder andere Themen.

6wn6pack
Sechs Wochen Rumgeacker und kein optischer Unterschied. Sei es drum. Dafür bisserl fitter und stärker – physisch, psychisch, mental. (Irgendwie sehe ich auf dem Foto schmuddelig und matschig aus. Selbstredend ist das eine Täuschung. In Wirklichkeit sehe ich natürlich dufte aus. Versteht sich von selber.  PMS: Neckisch das hochgerollte Höschen, gelle?)

Im Übrigen… ist es nicht jedem gegeben, auch tatsächlich ein Sixpack zu entwickeln. Das hat sehr wohl auch mit Genetik, wie auch hartnäckigem Depotfett zu tuen. Aber ich hatte so ein Ding schon und ich werde es wieder haben. Wurscht, dass ich bereits stramm auf die 100 zugehe. Das muss mein Körper ja nicht wissen. Und laut meinem hormonellen Blutbild bin ich eh erst 29, also was soll.s…

Ab morgen gibt es dann Mark Lauren. Der soll noch schweinischer sein als Jillian. Und schweinisch mag ich. Sollte ich nach dem 30 Tage Workout noch dazu imstande sein, werde ich berichten…

https://www.youtube.com/watch?v=9evysDM6Qgo

Überzeugt hat mich von ihm, das, was er von sich gibt. Das ist meins.

Soviel aus der Rubrik: Informationen, die die Welt nicht scheren.

Aber wofür hat frau schon einen Blog, wenn sie diesen nicht genau damit zuquasseln kann.

 

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