Epirrhema

So schauet mit bescheidnem Blick
Der ewigen Weberin Meisterstueck,
Wie ein Tritt tausend Faeden regt,
Die Schifflein hinueber herueber schiessen,
Die Faeden sich begegnend fliessen,
Ein Schlag tausend Verbindungen schlaegt,
Das hat sie nicht zusammengebettelt,
Sie hat’s von Ewigkeit angezettelt,
Damit der ewige Meistermann
Getrost den Einschlag werfen kann.
Goethe, Bedenken und Ergebung, Zur Naturwissenschaft, 1820

Weberin

Epirrhema
Muesset im Naturbetrachten
Immer eins wie alles achten.
Nichts ist drinnen, nichts ist draussen;
Denn was innen, das ist aussen.
So ergreifet ohne Saeumnis
Heilig oeffentlich Geheimnis!
Freuet euch des wahren Scheins,
Euch des ernsten Spieles!
Kein Lebend’ges ist ein Eins,
Immer ist’s ein Vieles.
Goethe, Epirrhema, 1818

gom

Erik Satie – The Essential Collection

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=mk2SNcpTNbs

Wohl bekömm.s

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